Katharina Fuchs

Female Future mit Katharina Fuchs

Katharina Fuchs
Katharina Fuchs
Job: Supervisorin, Coach und Moderatorin
Wohnort: Österreich

Biografie:

Von Haus aus bin ich Betriebswirtin, arbeite aber seit 2014 freiberuflich als Supervisorin, Coach und Moderatorin.

Kürzlich durfte ich einen eintägigen Workshop mit Matthias Strolz zum Thema „Sei Pilot*in deines Lebens“ besuchen. Dort erfuhr ich erstmals vom sogenannten Jonas-Syndrom. Er beschrieb es als „Angst vor der eigenen Größe und oftmals auch die Flucht vor der eigenen Berufung“. Geprägt hat diesen Begriff der amerikanische Psychologe Abraham Maslow.

Ich erlebe sehr oft, dass das Jonas-Syndrom hauptsächlich bei Frauen auftritt. Es passiert mir selber leider auch ab und zu. Und jedes Mal, wenn ich ein Jonas-Syndrom bei mir oder anderen Frauen entdecke, ärgere ich mich maßlos. Wofür soll es gut sein, wenn ich meine eigenen Ideen nicht klar und deutlich vertrete? Mich nicht selbstbewusst zu Wort melde? Mich klein mache, aus Angst geltungssüchtig zu wirken oder mich selbst und meine Gedanken zu wichtig zu nehmen?

Wir schränken uns damit selbst ein und können somit nicht unser gesamtes Potenzial entfalten. Die Welt braucht aber das gesamte weibliche Potenzial. Ganz dringend. Wir brauchen weibliche Sichtweisen und weibliche Perspektiven. Sonst kommt es zu einseitigen oder sogar falschen Entscheidungen. Dazu müssen wir Frauen den Mut haben, unsere Stimmen zu erheben, sichtbar zu werden und Stellung zu beziehen.

Ja, ich weiß. Das macht Angst. Und es ist nicht bequem. Es macht angreifbar. Verletzbar.

Da geht es natürlich um Themen wie Selbstwertgefühl und das Zutrauen in die eigenen Potenziale. Aber ich glaube, es ist weniger die Angst, nicht zu genügen, nicht gut genug zu sein. Es ist die Angst, auf einmal machtvoll zu sein.

Damit wir uns das trauen, brauchen wir Unterstützung. Zuspruch. Role Models. Anstupser. In der biblischen Jonas-Geschichte hat Gott Jonas gezeigt, dass er seine Talente sieht und an ihn glaubt, auch wenn er selbst nicht der Meinung war, dieser Herausforderung gewachsen zu sein.

Ja, ich weiß auch: Diese Bescheidenheit wurde uns anerzogen und weitervererbt. Frauen stellen sich nun mal nicht so gern in den Mittelpunkt. (Das Gegenteil des Jonas-Syndroms wird als Trump-Syndrom bezeichnet und da wollen wir natürlich schon gar nicht hin.)

Doch es ist leichter, sich klein zu machen und damit den Herausforderungen des Lebens aus dem Weg zu gehen. Es ist leichter, abzuwarten, bis andere laut werden. Es ist leichter, darauf zu vertrauen, dass andere aktiv werden.

Warum haben wir Angst vor Macht? Setzen wir es mit Machtmissbrauch gleich? Macht zu haben, bedeutet nicht automatisch etwas Negatives. Mächtig, machtvoll, wirkungsvoll sein. Etwas bewirken können. Das ist etwas sehr Positives.

Es beginnt mit der Macht über mich selbst und über mein Denken. Und geht weiter mit der Macht meiner Worte und Taten. Setzen wir uns doch mit unserer Angst vor Mächtigkeit auseinander und trauen uns – wie Jonas – aus dem Mund des Wals heraus.

© Katharina Fuchs 16.07.2020

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